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"Ach bitte, lass mich los und gib mir mein Kleid wieder", bat das Mädchen ängstlich. "Hab keine Angst", rief Heimdal, "ich will Dir ganz gewiss nichts tun und Dein Kleid gebe ich Dir auch zurück. Aber Du musst mir noch etwas Gesellschaft leisten und mir von Dir erzählen". Dabei liess er kein Auge von dem Mädchen. Nur ungern liess er ihre Hand los, weil er ihr nicht weh tun wollte, aber das hauchdünne Kleid hielt er als Pfand fest in der Hand.
"Ach bitte", wiederholte das Wasserweibchen, "gib mir mein Kleid wieder. Ohne das Kleid kann ich nicht zurück". "Gern", sagte Heimdal, "will ich Dir Dein Kleid zurück geben, aber du musst mir versprechen wiederzukommen. In drei Tagen ist Vollmond. Wenn Du mir versprichst, in den nächsten drei Tagen abends um diese Zeit mich hier zu treffen, so gebe ich Dir dein Kleid zurück". Dem Wasserweibchen blieb keine andere Wahl. Nachdem sie Heimdal, der sie verzückt betrachtete, prüfend in die Augen geblickt hatte, versprach sie, an den nächsten drei Abenden zur Stelle zu sein. Heimdal reichte ihr das hauchzarte Gebilde, das sie um sich legte. Dann verschwand sie lautlos im Wasser.
Heimdal regte sich noch nicht vom Fleck. Wie gebannt starte er ins Wasser, wo sich nur noch silbrige Wellen nach allen Seiten ausbreiteten. Er war in einer Hochstimmung, die er nie zuvor kennengelernt hatte.
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